Unser Reis hilft Kleinbauern in Indien

Unser Reis hilft Kleinbauern in Indien

Für die Hälfte der Weltbevölkerung ist Reis das wichtigste Grundnahrungsmittel. Für das Mahler & Co. Reissortiment arbeiten wir mit der Reismühle Nutrex in Brunnen SZ zusammen. Mit ihren Projekten in Indien, Thailand aber auch Italien gehört sie europaweit zu den Vorreitern im Bio- und Fairtrade-Reisanbau. Indien ist mit ca. 180 Mio. Tonnen nach China der zweitgrösste Reisproduzent. Italien führt die Rangliste europaweit mit ca. 1.5 Mio. Tonnen an. Unser Langkornreis und der Carnaroli Risottoreis stammen von unserem südlichen Nachbarn, aus der Poebene. Im folgenden Beitrag gehen wir detailliert in die Projektarbeit der Reismühle Nutrex in Indien ein. Aber zuerst…

…wie kommt eine Reismühle an den Vierwaldstättersee?

Die Region zwischen Schwyz und Brunnen war nie wirklich eine Reisanbau-Gegend, wie man vielleicht vermuten könnte. Vielmehr sind Zölle der Grund, weshalb 1956 die Reismühle Nutrex ihre Tätigkeit aufnahm. Damals konnte unverarbeiteter Reis zu günstigeren Konditionen eingeführt werden, als verarbeiteter und die Produktion in der Schweiz war entsprechend lukrativ.

Der Rohstoff kam über den Hafen Genua in die Schweiz und konnte, dank direktem Bahnanschluss der Mühle, gleich ab Güterwagen abgeladen werden. Auch heute noch werden grosse Volumen ökologisch auf der Schiene transportiert.  Die Reisernten wurden hauptsächlich im Winterhalbjahr verarbeitet. So haben viele Bauern der Region in der Mühle Arbeit und einen willkommenen Zusatzverdienst gefunden. Nach wie vor stammen 90 % der aktuell gut 50 Mitarbeitenden aus dem Talkessel Schwyz. 
Der Reis wird heute mit modernster Technik verarbeitet. So wird er geschliffen, die Körner nach Länge und Breite klassifiziert, der Bruchreis entnommen, die Körner mit Wasser poliert, nach Farbe sortiert und mehrmals auf Fremdkörper kontrolliert, bevor sie gesiebt und verpackt werden.

Aus der Reismühle ist ein grosser Import-, Handels- und Produktionsbetrieb geworden, der 78 Sorten Reis verarbeitet, im Durchschnitt 13'000 Tonnen jährlich. Im alles überragenden Lagersilo können 21'000 Tonnen Reis gelagert werden. Über 50 Prozent des Schweizer Pflichtlagers an Reis werden in Brunnen gelagert.

Engagement für Bio und Fairtrade

Seit 2010 hat sich die Reismühle mit dem Aufbau und der Betreuung von Bio- und Fairtrade-Reisprojekten in Indien und Thailand einen Namen gemacht. In Indien stehen über 3'000 Kleinbauern unter Vertrag und profitieren von existenzsichernden Preisen und von Unterstützung wie Anbauberatung, Wassermanagement & Brunnenbau und der Errichtung von Biogasanlagen zur Energiegewinnung.

Im Mahler & Co.-Sortiment stammten 3 Reissorten aus dem Anbauprojekt in Indien. Der Basmatireis, der neue Parmal Vollreis und der Reismix mit Basmatireis, indischen Linsen und Quinoa.

Der Genuss dieser Reissorten unterstützt die Projektarbeit und die Verbesserung der Lebensumstände der Kleinbauern in einer der ärmsten Regionen Indiens. Ein jährlicher Nachhaltigkeitsbericht legt Rechenschaft über die laufenden Verbesserungen ab.

Einige bisherige Erfolge:

  • Verbesserte Lebensbedingungen durch Errichten von Wasserfilteranlagen für Trinkwasser, unterstützen von Schulen und Gemeindeeinrichtungen
  • Stabile und höhere Erträge für die Biobauern im Vergleich zu konventionellen Bäuerinnen und Bauern
  • Signifikant höhere Einkommen der Bauern
  • Deutlich tiefere Produktionskosten im Vergleich zu konventionellem Anbau
  • Markant tieferer Wasserverbrauch (minus 40 - 50 % in Indien)
  • Landwirtschaftliche Innovationen und Diversifizierung im Anbau (z.B. Gemüse für den lokalen Markt), dadurch Förderung von Biodiversität
  • Soziale Vorteile für die ganze Gemeinschaft durch die Fairtrade-Prämie. 

Konkrete, aktuelle Teilprojekte widmen sich auch dem Kampf gegen die Abholzung. So wurden schon 3'900 Biogasanlagen gebaut, welche die Haushalte mit Gas zum Kochen versorgen. So kann der Brennholzbedarf minimiert werden und als Rückstand aus der Gasproduktion fällt hochwertiger Kompost und Dünger an, mit dem die Bodenfruchtbarkeit verbessert wird. 

Da der Reisanbau sehr wasserintensiv ist, engagiert sich die Mühle zusammen mit einer regionalen Produktionsfirma beim Bau von solarbetriebenen Grundwasserpumpen. Diese ersetzen klimaschädliche Benzin- und Dieselpumpen. Da die Beschaffung der Pumpen sehr kostspielig ist, beteiligt sich die Reismühle Nutrex an den Kosten. 

Im neuen Projektgebiet rund um den Naturschutzpark Katarniaghat werden ganzheitliche Landschaftsmassnahmen zum Schutz der lokalen Bevölkerung und bedrohter Wildtierarten wie Tiger und Elefanten initiiert und umgesetzt. Ein wichtiges Ziel ist die Reduzierung des Mensch-Wildtier-Konflikts. Die meisten Zwischenfälle ereignen sich im Wald, wenn Bäuerinnen und Bauern Pilze oder Feuerholz sammeln. Mit dem Aufbau von Pilzzuchten und Biogas-Anlagen statt Feuerholz müssen die Wälder für diese Tätigkeiten nicht mehr regelmässig aufgesucht werden. 

Um die Biodiversität und Bodenqualität zu verbessern, wurden auf den Reisfeldern 2024 über 5'000 Bäume gepflanzt. Das Agroforst-System bietet unter anderem Schutz vor starkem Wind, welcher immer wieder viele Reispflanzen knickt und dadurch Ernteverluste verursacht. Die Früchte der Bäume sorgen ausserdem für einen willkommenen Zusatzverdienst für die Bauern. 

Das ist nur eine kleine Auswahl von Massnahmen, welche seit 2010 umgesetzt wurden und weiterentwickelt werden. Aber sie zeigen auf: Mit dem Genuss der Mahler & Co.-Reissorten unterstützt du die Entwicklung und Unabhängigkeit der ländlichen Bevölkerung in Indien und den Aufbau ökologischer, nachhaltiger Anbausysteme. Dein Entscheid für das richtige Produkt macht den Unterschied! Wie ein indisches Sprichwort sagt: «Ein Reiskorn kann die Waage kippen». 

Die Reismühle Nutrex unterstützt die Installation solarbetriebener Grundwasserpumpen. 

Bei der Pflanzung finden viele Frauen Arbeit...

... ebenso bei den Erntearbeiten. 

3'900 solcher Biogasanlagen konnten in indischen Bauerndörfern schon erstellt werden. 
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