Doppeltes Einkommen für Cashew-Bauern
Du nimmst eine Cashew aus dem Beutel, steckst sie in den Mund und beim Kauen gibt die Nuss das einzigartige, würzige Aroma und die cremige Textur frei: Ein Erlebnis! Vielleicht fragst du dich in diesem Moment, was die Nuss selber alles «erlebt» hat und welche Geschichte dahintersteckt? Mahler & Co. steht für Transparenz bis zum Ursprung, deshalb können wir dir die Geschichte unserer Bio-Cashews ganz genau erzählen. Du wirst sehen: "Cajou Espoir" ist ein schönes Beispiel, wie Bio-Landbau einer ländlichen Bevölkerung im globalen Süden Perspektiven und bessere Lebensbedingungen ermöglicht.
Togo: Cashew-Zwerg mit grossem Bio-Herz
Die weltweite Cashewproduktion beläuft sich auf sagenhafte 4-5 Millionen Tonnen, Tendenz steigend. 2023 hat Togo knapp 40'000 Tonnen Cashews produziert (1 % der Welt-Ernte). Ein Bruchteil dessen, was Grossproduzenten wie die Elfenbeinküste, Indien oder Vietnam abliefern. Doch der Bio-Anteil ist in Togo mit 30-40 % der nationalen Produktion sehr hoch. Im gesamten Biomarkt liegt der Marktanteil Togos damit bei rund 10 %.
Leider werden 90 % der ungeschälten Rohcashews exportiert und in Ländern wie Vietnam oder Indien verarbeitet. Zum einen entstehen so Transportwege von bis zu 30'000 km, bis die Nuss in Europa im Verkaufsregal steht. Zum andern verbleiben den Bauern in Togo nur ein paar wenige Prozente der gesamten Wertschöpfung. Mit ein Grund, weshalb rund 45 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt und mit weniger als $ 2.15 pro Tag auskommen muss.
Cajou Espoir: Hoffnung für die Cashewbauern in Togo
Der Name unseres Lieferanten «Cajou Espoir» ist Programm! 2004 von den beiden Visionären François Locoh-Donou und Maurice Edorh gegründet, will das Unternehmen die Armut im ländlichen West-Afrika lindern und Kleinbauern, Arbeiterinnen und Arbeitern ein besseres Leben und eine Zukunftsperspektive ermöglichen. 20 Jahre später steht Cajou Espoir für den grössten Cashew-Verarbeitungsbetrieb in Togo, mit einer Produktionskapazität von 15 % der nationalen Rohcashew-Produktion. Dank der lokalen Verarbeitung der Cashews in zwei modernen Fabriken, können zehntausende Transportkilometer eingespart und ein grosser Teil der Wertschöpfung im Ursprung erhalten werden.
Aber Cajou Espoir ist mehr als ein Verarbeitungsbetrieb. Es ist die Lebensader für über 1'500 lokale Kleinbauern, welche dank Bio-Anbau von besseren Erträgen profiteren . Und die mehr als 700 Angestellten in den beiden Fabriken, 70 % davon Frauen, erwirtschaften eine Familieneinkommen und lösen so einen positiven, wirtschaftlichen Dominoeffekt für ganze Dorfgemeinschaften aus.
Die konkreten Vorteile für die Bauern
- Bio- und Fairtrade-Prämien: Dank Erntezuschlägen erzielen Bio-Kleinbauern 10-15 % höhere Preise.
- Bio-Anbau erhöht Ertrag: Entgegen der allgemeinen Annahme, Bio führe zu geringeren Erträgen, kann im Projekt der Ernteertrag für die Bauern dank ökologischem Landbau um 80 % gesteigert werden. Grund: Der Bio-Anbau sorgt für fruchtbarere Böden und robustere, weniger krankheitsanfällige Bäume.
- Einsatz von Bienenvölkern: In einem aktuellen Projekt setzt Cajou Espoir gezielt Bienenvölker in den Cashew-Plantagen ein, um die Befruchtungsrate zu erhöhen. So kann der Ertrag weitere 20-30 % gesteigert werden. Zudem entsteht für die Bauern eine Einkommensquelle durch den Honigverkauf.
- Verwertung des Cashewschalenöls: Beim Knacken der Cashews tritt ein relativ aggressives Öl, auch CNSL genannt, aus. Dieses muss in der Regel als Abfall entsorgt werden. Cajou Espoir bereitet das Öl auf und verkauft es als technischen Rohstoff (Biotreibstoff, Ausgangsstoff für Harze, Lacke, Beschichtung von Bremsbelägen) an regionale Industriebetriebe. Der Verkaufserlös fliesst ins Projekt.
Soziale Errungenschaften
Insbesondere für die Mitarbeitenden der beiden Verarbeitungsbetriebe sorgen etliche Massnahmen für bessere Lebensstandards.
- Medizinische Grundversorgung: An den beiden Standorten der Fabriken in Blitta und Tchamba betreibt Cajou Espoir eine eigene Gesundheitspraxis mit Pflegepersonal. Mitarbeitende und deren Familien erhalten kostenlosen Zugang.
- Unterstützung von Schulen: Lokale Schulen werden mit Schulmaterial und Mobiliar unterstützt.
- Kinderkrippen: Beide Standorte führen kostenlose Kinderkrippen. Die Kinder sind betreut, während die Eltern ihrer Arbeit nachgehen und so bessere Einkommen erwirtschaften.
- Transportmittel: Kostenlose Busse und Fahrräder halbieren den Zeitaufwand für den Arbeitsweg. Mütter und Väter haben mehr Zeit für die Familie und den eigenen kleinen Hof. Ältere Menschen, welche nicht mehr so gut zu Fuss sind, erhalten Zugang zu Arbeit und sozialen Kontakten.
Alle Massnahmen zusammen haben in den letzten 20 Jahren tatsächlich dazu geführt, das Familieneinkommen der Bauern zu verdoppeln. Die Vision für die weitere Entwicklung von Cashew Espoir formuliert François Locoh-Donou, einer der Gründer, so:
„Cajou Espoir wird den lokalen Anteil an der Wertschöpfungskette weiterhin erhöhen. Bedeutende Projekte sind im Gange, wie die Anlage zur Gewinnung von Cashewnussschalenöl (CNSL), das Imkereiprogramm und die Erweiterung der eigenen Plantagen. Wir werden weiterhin als Vorreiter agieren und uns klar auf die Schaffung lokaler Arbeitsplätze und die Verbesserung der Lebensbedingungen für Tausende von Togolesen konzentrieren.“
Wenn du das nächste Mal eine Handvoll Mahler & Co. Cashews knabberst, denkst du dabei vielleicht an ihren Ursprung und ihre Reise. Mit deinem Kauf unterstützt du ein Projekt, das für gerechte, nachhaltige und ökologische Landwirtschaft und einen besseren Lebensstandard für afrikanische Kleinbauern steht. Und damit für Genuss für Körper und Seele!

Die Qualitätskontrolle und das Sortieren der Cashewkerne erfordert viel Handarbeit.

François Locoh-Donou, einer der Gründer, besucht das Projekt regelmässig.

Rund 700 Mitarbeitenden bieten die beiden Fabriken in Tchamba und in Blitta einen sicheren Arbeitsplatz.
