4100 m ü. M. Mahler & Co. Bio-Hochlandkaffee

4100 m ü. M. Mahler & Co. Bio-Hochlandkaffee

Dieser Kaffee ist schwindelfrei - und nachhaltig von A bis Z

Mahler & Co. Produktmanagerin Delia Garcia entdeckt die Geheimnisse und Besonderheiten unseres neuen Bio-Hochlandkaffees.

"Am liebsten hätte ich selbst die Reise nach Caranavi, tief in den Norden von La Paz, angetreten, um die Cooperativa BioArabica R.L. hautnah zu erleben. Die Arabica-Pflanzen in ihrer ursprünglichen Umgebung zu sehen, die sorgfältige Arbeit der Kaffeebauern mitzuerleben und die Atmosphäre der Plantage zu spüren – das wäre zweifellos ein unvergessliches Erlebnis gewesen. Doch um die Leidenschaft und das Herzblut hinter diesem besonderen Kaffee zu erkennen, war eine Reise gar nicht nötig. Sie steckt in jeder Bohne, in jedem Handgriff der Bauern und in jeder Tasse, die seinen unverwechselbaren Charakter trägt. Die Hingabe zu diesem beliebten Lebensmittel ist allgegenwärtig – von der Pflanze bis zum Genussmoment."

Caranavi – Die Wiege des bolivianischen Bioarabica

Während die Vögel majestätisch über den sattgrünen Hügeln von Chijchipani und Calama kreisen, bietet sich ihnen ein faszinierender Blick auf die üppige Landschaft des bolivianischen Regenwaldes. Zwischen dichten Baumkronen, Schotterstrassen und rauschenden Bergflüssen verbergen sich kleine, aber bedeutungsvolle Kaffeeplantagen, die in dieser Region fest verwurzelt sind.

Caranavi gilt als eine der besten Anbauregionen für hochwertigen Arabica-Kaffee. Mit ihren idealen Höhenlagen, fruchtbaren Böden und einem Klima, das die Kaffeepflanzen optimal gedeihen lässt. Hier, auf rund 1'700 Metern Höhe, bewirtschaften etwa 35 Produzenten der Cooperativa BioArabica R.L. ihre Felder mit Hingabe und Leidenschaft. Ihr Ziel ist nicht nur die Erzeugung eines herausragenden Kaffees, sondern auch die Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Mitglieder durch nachhaltige Anbaumethoden.

Elias Choconapi, Kaffeebauer und gleichzeitig verantwortlich für den Verkauf des Kaffees der Kooperative, gibt in einem Interview einen eindrucksvollen Einblick in die Herausforderungen und den Wandel der Kaffeeproduktion: 

„Früher bauten unsere Eltern Kaffee traditionell an – die Böden waren fruchtbar, und hohe Erträge waren selbstverständlich. Doch mit der Zeit änderten sich die Bedingungen, und wir mussten uns an neue klimatische Herausforderungen anpassen. Heute setzen wir auf widerstandsfähige Sorten, die Krankheiten trotzen und gleichzeitig höchste Qualität bieten. Als junge Generation tragen wir voller Leidenschaft dazu bei, die Kaffeeproduktion weiterzuentwickeln – nicht nur für erstklassigen Genuss, sondern auch für den Schutz unserer Umwelt.“ 

Nachhaltige Landwirtschaft und Biodiversität spielt im Produktionsprozess eine fundamentale Rolle. Der Schwerpunkt besteht ganz klar auf biologischem Anbau sowie Fair Trade Produktion und das war von Beginn an nicht nur eine Vision, sondern ein klarer Fokus: „Wir tragen Sorge zu Pachamama – Mutter Erde und konzentrieren uns darauf langfristig Konstant höhere Erträge zu erwirtschaften. Der Kaffeeanbau hat in der Region eine lange Tradition und die Kooperative Bio Arabica ist eigenständig für die Reproduktion von Jungpflanzen zuständig." 

Schwindelerregend - Die Todesstrasse 

Ein wahrer Höhepunkt unseres Mahler & Co. Kaffees, im wahrsten Sinne des Wortes, ist seine Weiterverarbeitung auf 4'100 m ü. M., wo die Bohnen mit Sorgfalt und Präzision weiterverarbeitet und sortiert werden. Doch der Weg dorthin war einst ein Abenteuer voller Gefahren. Bevor die neue Strasse gebaut wurde, führte die Reise des Kaffees über eine der berüchtigtsten Strassen der Welt: die Todesstrasse, auch bekannt als El Camino de la Muerte. In den 1930er Jahren von paraguayischen Gefangenen in den Fels geschlagen, ist sie vielmehr ein schmaler Pfad als eine Strasse – zur Rechten die steile Felswand, zur Linken ein gähnender Abgrund, der fast 1'000 Meter in die Tiefe reicht. Sie war die einzige Verbindung nach Caranavi und todesmutige Fahrer, transportierten über diesen Weg vollgeladene Camions – Kreuzen war unmöglich.

Heftige Regenfälle und Erdrutsche machten den Pfad unberechenbar – entwurzelte Bäume und Felsbrocken rissen immer wieder Teile der Strasse mit sich. Und doch ging von diesem Ort eine besondere Magie aus: eine nebelverhangene Landschaft, in der wilde Schönheit und tödliche Gefahr eins werden. Heute nimmt der Kaffee eine sicherere Route, doch die Geschichte dieser abenteuerlichen Reise bleibt fest mit ihm verwoben.

Auf 4'100 Metern - die Höhe bringt das Aroma

Diese faszinierende Reise führt den Kaffee auf 4'100 m ü. M. zur Cooperativa BIO ARABICA R.L., wo er mit Sorgfalt verarbeitet und sortiert wird – ein entscheidender Schritt, der ihn so besonders macht. Die hohe Lage schenkt den Bohnen eine unvergleichliche Intensität, geprägt von der kraftvollen Sonneneinstrahlung in diesen Höhen. Auf dem Vorplatz werden sie ausgelegt und schonend getrocknet, während ein Teil der Sortierung von Hand erfolgt – eine anspruchsvolle Arbeit, die nicht nur Qualität garantiert, sondern auch wertvolle Arbeitsplätze schafft.

Die Reise des Kaffees - Vom Ursprung bis in die Schweiz

Seit 2018 verbindet uns eine geschätzte Partnerschaft mit Swipala, die ihren Anfang mit dem Import von Quinoa nahm. Schon lange bestand bei Mahler & Co. der Wunsch, auch mit dem von Swipala importierten Kaffee etwas Besonderes zu schaffen – dieser Wunsch reifte über Jahre und wurde nun Wirklichkeit.

Der Kaffee durchläuft mehrere Schritte, bevor er nach Niederlenz gelangt: Anbau, Ernte, Waschen, Trocknen, Auslese, Sortierung, Abpacken und Verschiffung. Dank Swipala ist das Ganze überhaupt möglich. Denn sie beziehen den Rohkaffee direkt von der Kooperative Bio Arabica R.L. und transportieren ihn per Schiff und Bahn in die Schweiz. Die Zahlung erfolgt im Voraus – mindestens zum Fairtrade-Preis, zeitweise sogar zum Doppelten gemäss Max Havelaar. Zusätzlich honorieren sie die Bio-Produktion und die sorgfältige Handauslese mit einer Extraprämie. Die Rückverfolgbarkeit ist bis auf die Einzelparzelle gewährleistet. Durch die Zusammenarbeit mit Swipala erhält die Kooperative wertvolle Absatzmöglichkeiten.

Patric Fuhrimann von Swipala verrät mir:

„Um die Produzenten nachhaltig zu unterstützen, werden langfristige Abnahmeverträge geschlossen. Schweizer Röster verpflichten sich dazu, gezielt auf Bolivien-Kaffee zu setzen, wodurch den Kaffeebauern verlässliche Absatzmöglichkeiten geboten werden. Diese festen Partnerschaften sorgen für Stabilität und ermöglichen eine nachhaltige Entwicklung der Produktion.“

Mit Herz und Hingabe - Die Kunst der Kaffeeröstung bei OZL in Lenzburg

Die Stiftung Orte zum Leben (OZL) vereint in ihrer eigenen Kaffeerösterei handwerkliche Perfektion mit sozialem Engagement. Mit traditionellen Röstverfahren, bei denen jeweils 15 kg Kaffee sorgfältig veredelt werden, garantiert sie Frische und volles Aroma. Doch hier zählt nicht nur Qualität – jede Kaffeepackung wird mit grösster Sorgfalt von Menschen mit Beeinträchtigungen von Hand verpackt, gewogen, versiegelt und etikettiert, ein Zeichen für gelebte Integration.

Hier zählt nicht nur das Produkt, sondern auch die Menschen dahinter. Die Freude, die in jeder Bewegung steckt, die Geduld, mit der jede Kaffeepackung seinen letzten Schliff erhält – all das macht diese Rösterei zu einem besonderen Ort. Es ist die gelebte Philosophie, dass Kaffee nicht nur Genuss, sondern auch Gemeinschaft bedeutet.

Wir hatten das Privileg, bei der ersten Röstung unseres Kaffees dabei zu sein und eines wurde mir sofort klar: Jürgen – der Gruppenleiter und Kaffeeröster ist ein wahrer Meister seines Fachs. Mit Hingabe und Expertise verleiht er und sein Team dem Kaffee die perfekte Note. Jede Bohne, die hier geröstet wird, trägt die Handschrift von Menschen, die mit Herzblut dabei sind. Es ist weit mehr als nur ein handwerklicher Prozess – es ist eine Begegnung, eine Verbindung zwischen den Klientinnen und Klienten der Stiftung und dem Kaffee, die von Sorgfalt und Leidenschaft geprägt ist. Mit viel Liebe zum Detail wird jede Charge geröstet, von Hand verpackt und mit Hingabe verarbeitet.

Ich hatte das besondere Vergnügen, Hannah und Joachim dabei zu begleiten, wie sie die ersten Mahler & Co. Kaffeebohnen sorgfältig abwogen und verpackten. Die Begeisterung für ihre Arbeit war spürbar – voller Freude und Stolz meisterten sie jeden Handgriff. Kein Wunder, dass die Rösterei inzwischen zu einem der beliebtesten Arbeitsorte für die Klientinnen und Klienten geworden ist. Das verstehe ich nur zu gut! Hier zählt nicht nur der Kaffee, sondern vor allem die Menschen, die ihn mit Hingabe entstehen lassen.

„Wir freuen uns, für Mahler & Co. einen biologisch produzierten Arabica-Kaffee aus nachhaltigem Anbau in der bolivianischen Hochebene rösten und verpacken zu dürfen. Die Arbeitschritte bei der Röstung werden in unserer Stiftung von Menschen mit kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen mit grosser Sorgfalt ausgeführt.“

Martin P. Leuzinger, Geschäftsleiter Stiftung Orte zum Leben Lenzburg

Ein Kaffee, der nicht nur den Gaumen, sondern auch die Seele berührt

Der Bioarabica aus Bolivien ist ein unverfälschtes Juwel – charakterstark, tiefgründig und einzigartig in seinen Nuancen. Ob als Espresso, Kaffee oder Cappuccino, er entfaltet sich in jeder Zubereitungsart und bietet ein unverwechselbares Geschmackserlebnis. Jeder Schluck erzählt von den Höhen Boliviens und der leidenschaftlichen Handarbeit, die ihn hervorbringt. Dieser Kaffee ist mehr als nur Genuss – er verkörpert Werte, die sich durch die gesamte Wertschöpfungskette ziehen: nachhaltiger Anbau, faire Bedingungen und biologische Produktion. Hinter jeder Bohne steckt der kompromisslose Anspruch auf höchste Qualität und Verantwortung. Bei der Gestaltung der farbenfrohen Verpackung liess sich Mahler & Co.-Grafikerin Martina Mambourg von den schönen Stoffen aus dem bolivianischen Dorf Potolo inspirierieren.

Mahler & Co. teilt diese Werte mit voller Überzeugung: Leidenschaft für echten Kaffee, Respekt für die Natur und die Menschen, sowie das Streben nach höchster Qualität. Jeder Kauf dieses Kaffees unterstützt nicht nur eine aussergewöhnliche Kooperative, sondern auch ein Wirtschaftsmodell, das Fairness, Nachhaltigkeit und Transparenz in den Mittelpunkt stellt. Wer diesen Kaffee wählt, entscheidet sich bewusst für Geschmack mit Haltung – ein Produkt, das nicht nur exzellent ist, sondern auch einen positiven Beitrag leistet.

Arabica-Pflanze 

Die berüchtigtste Strassen der Welt: El Camino de la Muerte

Transportweg mit Hindernissen 

Sortierung auf 4'100 m ü. M.

Schonend getrocknet 

Der Rohkaffee vor der Röstung bei OZL in Lenzburg 

Während der Röstung 

Prozess der Röstung 

Manuell verschweissen

Hannah & Joachim mit dem Endprodukt: 4'100 m ü. M. Mahler & Co. Bio-Hochlandkaffee

Ich wurde von Jürgen Kempf herzlich empfangen und durfte einen Einblick in seine faszinierende Welt des Kaffeeröstens gewinnen.

Quellenhinweis: Text Delia Garcia, Produzentenbilder von Swipala, Röstverfahren eigene Bilder

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